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Dienstag, 28. August 2007

Abschied von Guayaquil


Am Freitag war es nun so weit... Musste (wollte) mich vom Hort verabschieden, um weiterziehen zu koennen.
Barbara und ich organisierten ein kleines Festli fuer die Kinder mit Torte, Coca Cola und Ballone-kurz gesagt: es war ein richtiges Highlight zu sehen, wie sehr sich die Kinder nur schon so freuten, als wir Cola verteilten (gibt hier nur zu bestimmten Anlaessen-eher selten also). Spaeter leuchteten die Augen nur noch so, als dann auch noch eine knallige, rosa Clowntorte aufgetischt wurde. Die Ballone gaben ihnen dann den Rest :). Ich glaube kaum, dass ich dies in dieser Art und Intensitaet nochmals in der Schweiz erleben werde. Mir wurde einmal mehr bewusst, wie verwoehnt unsere Kinder sind, welches Privileg wir haben, in der Schweiz aufgewachsen zu sein und wie wenig wir dies teilweise schaetzen.
Alles in allem eine super Erfahrung! Aber nun muss ich doch weiter, die Abenteuer warten :).

Freitag, 24. August 2007

Buspanne und kleines Erdbeben...

Am Montag haben wir die Reise zurueck nach Guayaquil angetreten. Wie ueblich in einem Bus... Es hiess 4-5 Stunden von Cuenca nach Guayaquil... Aber das heisst es noch viel hier ;). Die Zeiten sollte man nicht so genau nehmen (normalerweise ja voll mein Fall...).

Als wir da gerade mitten in einem Nationalpark mit viel Nebel waren, ruckelte es relativ heftig im Bus und der Chauffeur und sein Herr Gehilfe sprangen wie von der Biene gestochen aus dem Bus! Sie rollten irgendwelche Steine auf der Strasse umher, ihre Kleidung faerbte sich mit der Zeit schwarz und ein nervtoetendes Warnsignal war zu hoeren-das schien uns etwas suspekt... Nach kurzer Inspektion meinerseits (ich und grosse Autos...) war klar, Rad muss gewechselt werden und die Herren waren schon voll in Gange. Jeder wollte mitmischen und jeder wusste es besser, da wollte ich mit meinem Wissen natuerlich nicht auch noch auftrumpfen ;). Sichtbar fuer alle war jedoch, das ein Rad explodiert war-durch was? Keiner schien es zu wissen... Naja, so verweilten wir nun im dunklen, nebligen Nationalpark ohne jeglichen Natelempfang. Zum guten Glueck waren die Herren speditiv (!!!) und hatten das Rad nach einigen Stunden gewechselt, bis sie bemerkten, dass irgendwas mit dem Luftdruck nicht stimmt und immer wieder Luft entwich... Naja, weitere verstrichene Zeit und ganz hitzige Debatten, die zu beobachten waren. Alles in allem fuer mich schon fast nicht mehr spektakulaer (man errinnere sich an meine Quito-Guayaquil-Fahrt, bei der wir von der Polizei aufgehalten wurden, da der Chauffeur keine Papiere besass, sondern mit den Papieren seiner Schwester unterwegs war und der Bus per sofort beschlagnahmt wurde...)!

Auch war am Dienstag ein kleines Erdbeben hier in Guayaquil spuerbar-die Lampen haben auf jeden Fall schoen gewackelt und mit den Fuessen auf dem Boden war es einem schon etwas mulmig. Es scheint sich etwas zu tun unter der Erde...

Wie auch immer, morgen gehts dann weiter nach Peru. Eine 18stuendige Busfahrt wartet auf mich-mal schauen, was mich in diesem Bus erwartet :).

Sonntag, 19. August 2007

Teufelsnase


Nach Erholung muss auch immer gleich wieder ein bisschen Action her, sonst wirds mir nur langweilig... Deswegen haben wir uns dann auch fuer die Teufelsnase entschieden. Beginnen wuerde sie in Riobamba. Dort besteigt man einen Zug-also aufs Dach. Von dort geht es dann ueber Huegel und Wiesen Richtung Alausi. Von dort wuerde man dann nochmals ein bisschen in die Bergwelt eintauchen und schlussendlich vor einem Berg stehen, der aussieht wie ein Gesicht mit Hakennase. Warum immer wuerde??

Von vorne: in Riobamba erklaerte man uns sogleich am Bahnhof, dass der Zug momentan nicht fahrtuechtig sei, da er vor 2 Tagen den Geist aufgegeben habe (nicht ganz untypisch fuer dieses Land)... Es fahre aber ein Ersatzbus bis nach Alausi und von dort aus koenne man mit einem kleineren Exemplar von Zug die Reise fortfahren. Haben wir dann auch gemacht! Leider durften wir schlussendlich nur fuer ca. eine halbe Stunde aufs Dach und die Teufelsnase wurde uns auch noch vorenthalten-schade!
Aber lustig war es ohnehin, denn ein bisschen Action braucht das Herz :)!

Freitag, 17. August 2007

Baños und das Wasser


Nach diesem saukaltem und saustrengem Ausflug zum Cotopaxi, dachten wir uns, ein bisschen Entspannung koennte uns nicht schaden...
Baños, ein kleines Touridoerfchen, bekannt fuer seine Thermalquellen, kam uns also sehr gelegen :).
Nebst faulem Herumschlendern und spassigem Plantschen, liess ich mich von Mountainbikerin Barbara und Sportskanone Danny (Englaender, der den Cotopaxi GANZ bestiegen hat...) zu einem Velotuerli entlang den Wasserfaellen ueberreden... Schon wieder Sport ;)... Mit Velohelm (ist bei diesen Strassenverhaeltnissen dringenst noetig-vor allem wenn einem fast ein Hund vom Velo reisst...) ausgeruestet gings Kilometer fuer Kilometer hinein in die Natur.
Schoen wars ja, muss ich ja zugeben, aber das entspannende Bad und der Ausgang danach paessleten mir dann doch besser :).

Cotopaxi Refugio 4800 m


Man moege es nicht fuer moeglich halten... Jetzt kommts: Barbara und ich (zwei ausgesprochene Wander-Bergsteiger-Muffel)haben uns in einer schwachen Minute tatsaechlich fuer eine Cotopaxi-Besteigung entschieden (also nur bis zur Schutzhuette, aber fuer uns war es wie eine Ganzbesteigung...).
Unser Guide, der den Cotopaxi schon x-mal bestiegen hat, fand uns 2 Schweizer dann doch sehr amuesant ;). Er habe sich die Schweizer ein wenig wanderfreudiger vorgestellt-da haben wir ja mal wieder ein gutes Bild hinterlassen...
Wegen dem in der Nacht zuvor gefallenen Neuschnee, mussten wir das Bergauto auch noch frueher stehenlassen. Da keuchten wir dann wie alte Kuehe den Berg hinauf. Die Hoehe und die uns andauernd ueberholenden, angefressenden Bergsteiger gaben uns dann noch den Rest!
Die Situation an sich war ja schon komisch... Wir-am Bergsteigen-im August im Schnee-mit lauter Angefressenen. Da konnten wir nicht anders, als in einen Lachanfall hinueberzugehen. Bloederweise war die Luft so duenn, dass wir nur noch nach Luft japsend gackerten. Die Leute um uns schienen leicht besorgt, aber nach einiger Zeit der Sauerstoffzufuhr, wurden wir wieder einigermassen normal und faehig, den Abstieg vorzunehmen :).
Wir haben uns geschworen, keine solche Touren mehr zu buchen, sondern unser Geld besser anzulegen, z.B. in einen feinen Znacht oder so ;).

Uebrigens: der Cotopaxi ist mit 5897 m der zweithoechste Vulkan/Berg und der hoechste, aktive Vulkan in Ecuador. Also wirklich kein Pipifax...

Donnerstag, 16. August 2007

Erdbeben in Peru

Entwarnung: befinde mich momentan noch in Ecuador und habe vom riesigen Erdbeben in Peru nichts mitbekommen. Geht mir gut, nur der Schreck sitzt etwas in den Knochen.
Wie es nun weiter geht, wissen wir noch nicht, da bereits Tsunamiwarnungen fuer Kolumbien, Ecuador, Peru und Chile durchgegeben wurden...
Melde mich bei Gelegenheit wieder.

Montag, 13. August 2007

Schoggi und Milch


Darf ich vorstellen: Jeremy
Mein Schoggitaler meint, wir passen wunderbar zusammen...
Werde ihn vermissen-bin noch keinem maennlichen Wesen begegnet mit soviel Charme :).

Otavalo


Nachdem ich nach den Galapagos noch einige Tage in der Guarderia gearbeitet habe, war nun das Reisefieber doch groesser und mich hats in den kalten Norden von Ecuador verschlagen.
Mit Barbara, die ich ohne Handy (!!!) in Quito geortet habe, gings dann nach Otavalo, zwei (manchmal auch ein bisschen mehr, je nach Buschauffeur...) Busstunden von Quito entfernt. Otavalo ist vor allem beruehmt fuer seinen Markt am Samstag, der groesste seiner Art in ganz Suedamerika. Wir zwei ausgekochten Haendlerinnen durften diesen natuerlich nicht verpassen.
Um acht Uhr morgens gings dann auch schon los, wir waren verhaeltnismaessig spaet dran (bei mir ja nichts Neues...), die Otavalo-Indianer waren schon seit fuenf Uhr morgens dort.
Gefeilscht, gehandelt, anprobiert, fotografiert-der Tag war schnell vorbei und bleibt vor allem wegen den freundlichen Otavalo-Indianern unvergessen.

PS: habe Indianerpulli erstanden, komme mir schon ein bisschen Tourimaessig vor... Gibt aber schoen warm bei unseren Aufenthalten auf luftiger Hoehe (durchschnittlich meist ueber 2500 m.u.M)

Mittwoch, 1. August 2007

Galapagos


Nach langem (nein, eigentlich war es eine Kurzschlussreaktion...) Ueberlegen, habe ich mich anfangs letzter Woche entschieden, die Galapagos nun doch zu bereisen-obwohl schweineteuer! Der Entscheid war richtig :).
Heute leicht sonnenverbrannt bin ich wieder in meinem Slum angekommen und schwelge noch immer in Errinnerungen der letzten Tage auf Galapagos.
Samstagmorgen gings gleich los. Barbara und ich kippten schon fast aus den Latschen, als wir das erste Mal unser Boot sahen-es war naemlich eine Jacht, kein Boot wie sie immerzu betonten. Fuer uns natuerlich ein richtiger Kulturschock, aus den Slums (nachts zuvor getraute sich doch tatsaechlich noch eine Ratte in mein Schlafgemach...) direkt auf eine Luxusjacht!!!

1.Tag Isla Santa Cruz: die Riesen-Galapagosschildkroeten mussten wir genauer unter die Lupe nehmen... Wahnsinnstiere mit einer Riesengroesse, sehr gemaechlich, aber superspannend. Ueber Nacht sind wir dann mit unserer Jacht Galaxy Richtung Insel San Cristobal getuckert, wo wir schon unseren ersten Uebelkeitsanfall hatten ;). Diese Dinger von Schiffen schaukeln halt schon dermassen fest, vor allem dann wenn man schlafen sollte...

2.Tag Isla San Cristobal: an einem Traumstrand hatten wir dann unsere erste Begegnung mit Seeloewen. Da lagen sie alle waelzend, schlafend oder plantschend am sonst leeren Strand und schienen uns Touris kaum zu beachten. Habe diverse abgelichtet und haette womoeglich auch die ganze Chipkarte gefuellt, wenn sich nicht mein Akku bemerkbar gemacht haette ;). Nachmittags gings dann weiter zum Schnorcheln von der Jacht aus. Ein wunderbares Erlebnis, da die neugierigen Seeloewen mit uns schwammen und sich einen Spass daraus machten uns Touris zu erschrecken, indem sie auf uns zuschossen und dann einige Zentimeter vor dem Zusammenstoss blitzschnell auswichen-richtige Schlitzohren :). Auch die Riesenmeeresschildkroeten konnten wir sichten und haben sie einige Schwuemme weit begleitet.

3.Tag Isla Española: erneuter Traumstrandbesuch mit Seeloewen und Iguanas (bei uns als Leguane bekannt). Auch konnte beim anschliessenden Schnorcheln vom Strand weg schon ein erster Hai gesichtet werden-ein Tiburon tintorera. Ein Hai, der eine weissgefaerbte Schwanzflosse hat, scheinbar-hat mir der Guide danach gesagt, die Aufregung war fuer solche Details zu gross :).
Nachmittags besuchten wir die einzigartige Vogelwelt auf Española. Nebst den tolpatschigen Blaufusstoelpeln, bestaunten wir auch bruetende Albatrosse. Alle Inseln sind in ihrer Natur einzigartig und sehr verschieden. So mussten wir auch nach jeder Rueckkehr zum Schiff unsere Schuhe putzen, damit wir auch kein einziges Sandkoernchen auf eine andere Insel mitnahmen und somit nicht deren einzigartige Vielfalt zerstoerten ;).

4.Tag Isla Santa Cruz: nochmaliger Besuch der Insel von der anderen Seite her. Diesmal nur mit dem Schlauchboot unterwegs, machte unser Guide einige Riesenrochen ausfindig. Auch wimmelte es von Haien-da wird einem dann schon auch mal mulmig, obwohl uns versichert wurde, sie haetten schon gefruehstueckt :) (ganz so schlimm war es nicht, diese Haiart mache den Menschen scheinbar grundsaetzlich nichts...). Die superschoenen, kleinen Fischis waren nebst diesen Attraktionen natuerlich schon fast unspektakulaer.
Danach ging es leider schon wieder zurueck zum Flugi und zurueck in die Slums!

Was nehme ich mit von diesen 4 wundervollen Tagen? Eine Menge Kontakte mit Menschen aus der ganzen Welt, ein volles Fotichipchaertli, eine imense Ehrfurcht vor der Natur und wahrscheinlich nochmals einige Kilos mehr auf den Rippen :) (Essen wie im Luxushotel-wir dachten, wir schaufeln einfach mal in uns hinein, wissen schliesslich nicht, wann es wieder mal was Rechtes zu essen gibt bei unseren "Kochkuensten"...).

Wuensche nun allseits einen gefreuten Nationalfeiertag, werden ihn hier natuerlich auch feiern-mit Schweizer Schokolade :).

Mittwoch, 25. Juli 2007

Die Polizei mein Freund und Helfer

Manchmal wuerde man sich hier wuenschen, die teilweise etwas unbeliebte "Pozilei" aus der Schweiz wuerde hier in Ecuador mal ein bisschen fuer Ordnung sorgen...
Eine der Wahrheit entsprechenden Geschichte, die aufzeigt, wie hier der Hase laeuft!

Es wurde mal eine Person ihrer Wertsachen beraubt. Einige Tage spaeter begab sie sich in ein nahegelegenes Polizeirevier. Die Polizisten konnte sie gerade nicht antreffen, da sich diese gerade beim Kiosk befanden und der Posten deswegen unbesetzt war. Nach einer kurzen Wartezeit, in der die Person auf sich aufmerksam machte, wollte es sich die Polizei dann doch nicht entgehen lassen, eine Gringa von Nahem zu betrachten. Langsam schlendernd bemuehten sie sich Richtung Revier. Sie wurde ausserordentlich von den zwei Polizisten begruesst und die Konservation begann: "Wie kann ich Ihnen helfen?"-"Ich moechte gerne eine Anzeige machen."-"Warum, wenn man fragen darf?"-"Ich wurde ausgeraubt."-"Was hat man Ihnen geraubt?"-"Das Handy."-"Was noch?"-"Nichts, das ist alles!"-"Und warum wollen Sie dann eine Anzeige machen, wenn man Ihnen nur das Handy genommen hat?"-"Wegen der Versicherungen im Heimatland!"-"Ah, verstehe. Andere Laender, andere Sitten! Von wo kommen Sie denn?"-"Aus der Schweiz."-"Aha"-"Jawoll"-"Wann wurden Sie denn ausgeraubt?"-"Vor drei Tagen."-"Und wieso kommen Sie erst jetzt?"-"Weil meine ecuadorianische Bezugsperson erst jetzt verfuegbar war."-"Aha. Und wo wurden Sie ausgeraubt?"-"An der 25sten, Ecke M!"-"Was um Himmels Willen machen Sie in dieser Gegend?"-"Ich wohne und arbeite dort!"-"Keine Ecke fuer eine junge Frau wie Sie...!"-"Jaja"-"Und wie ist Ihre Telefonnummer?"-"Fuer welche Akten brauchen Sie diese?"-"Ich dachte, Sie koennten ja mal mit mir ausgehen!"-"Nein danke, bin vergeben. Koennte ich nun die Anzeige aufgeben?"-"Nein, dazu muessen Sie ins groessere Revier im Zentrum!"

So laeuft das hier ab, die Muehlen mahlen halt einfach ein bisschen anders :).

Donnerstag, 19. Juli 2007

Quito und die Mitte der Welt


Auf 2800 m angekommen, war ich zuerst mal ein bisschen ausser Atem :)-und todmuede. Hatte die Nacht in einem Bus von Manta nach Quito verbracht und kaum geschlafen... Die Schlagloecher der Strasse, die Salsamusik, die ewigen Essensverkaeufer im Bus gaben ihr Bestes, um mich vom Schlafen abzuhalten! Der Montag war also schon mal dahin...
Die restlichen Tage betrieb ich wieder mal ein bisschen Tourismus und nahm Quito unter die Lupe-ein auch nicht ganz sicheres Pflaster.
War mit einem Hochseilbaehnli auf einem Huegel auf 4100 m ueber Meer und bekam ganz schnell ziemlich rote Backen-war wahrscheinlich die Kaelte, kann mir nicht vorstellen, dass die roten Blutkoerperchen so schnell da hinauf wandern :). Der Ausblick ueber ganz Quito und die dahinterliegenden Vulkane (bis 6000 m hoch!) war ueberragend und beeindruckend. Doch nach einiger Zeit wurde mir dann die Luft doch zu duenn da oben.
Weiter besuchte ich die Mitte der Welt-die Grenze von Nord zu der Suedhalbkugel, auf der Nullerlinie sozusagen. Relativ touristisch, aber doch noch sehr glatt.
In der Altstadt, die wunderschoen ist mit den alten Bauten und den vielen Balkonen, hielt ich mich nicht sehr lange auf, war mir alleine doch nicht so geheuer mit den vielen herumlungernden Maennern (habe teilweise ein bisschen Paranoia, aber lieber so als andersrum) ;). Die Jungfrau von Quito begutachtete ich von unten (also unten vom Huegel meine ich damit), wollte mir einen weiteren Aufstieg in die hoeheren Sphaeren ersparen. Meine Kondition als neuer Moppel scheint eben nicht die Beste zu sein (war sie auch vorher nicht!)...
Am Donnerstagmorgen gings dann wieder zurueck nach Guayaquil via Panamericana. Von 2800 m auf Meereshoehe... Die Fahrt war recht abenteuerlich, wenn man bedenkt, dass meistens keine Leitplanke vorhanden ist und es einige Kilometer nebenan abwaerts geht. Ich naives Ding fragte auch noch meine Sitznachbarin, ob es denn viele Unfaelle auf dieser Strecke gebe, da mich die vielen Kreuze am Wegesrand ein wenig beunruhigten... Es stellte sich dann heraus, dass hier die meisten Unfaelle stattfinden-mehr wollte ich dann auch nicht mehr wissen!
Begleitet wurde die Fahrt ueberwiegend von Laura Pausini, die von Liebe, Vertrauen und Sicherheit sang, waehrend ich am liebsten den Berg hinunter gelaufen waere... (Liebe: ist momentan nicht anwesend, Vertrauen: in wen? Etwa den Buschauffeur?, Sicherheit: Gurte gibt es keine, Leitplanken scheinen auch ein Fremdwort zu sein und gemaessigtes Fahrtempo scheint nur fuer Looser)
Bin dann doch noch heil hier in Guayaquil wieder angekommen und habe zu meiner groessten Freude eine Mitbewohnerin bekommen. Barbara, eine weitere Volontaerin aus Bischofszell, die in Engelburg als Kindergaertnerin arbeitet. So stuerzen wir uns nun zu zweit in die Abenteuer fremder Laender :).

Sonntag, 15. Juli 2007

Thema Nr.1

Ja ja, so ist es im Leben, fast alles ist vergaenglich-auch meine Figur! Habe mir ja nach meinem Gewichtsdesaster von Kanada (in 6 Mte. 10 kg mehr und ein huebsches Moppelgesicht dazu-nicht mal mehr Mami Heidi erkannte mich am Flughafen...) fest vorgenommen mich im Ausland nicht mehr mit Essen vollzustopfen. Schwieriger haette ich mir die Aufgabe wohl nicht stellen koennen...
Habe eben als guterzogenes Kind schon frueh gelernt "was auf dem Teller ist, wird aufgegessen!". Da schaufle ich nun der guten Erziehung wegen Reis, Huehnchen, Schokobananen, Suppe, Torte, Fisch, Wurst, Platano, Gelatine und weiteres in mich hinein. Auch waere es doch sehr unfreundlich meinen Gastgebern gegenueber, etwas stehenzulassen. Die koennten glatt denken, sie haetten eine verwoehnte Stadttussi im Haus, die ihre Gastfreundlichkeit nicht zu schaetzen weiss. Hinzu kommt, dass das Essen eben auch noch lecker ist. Und das bisschen Heimweh gibt einem nochmals eine klitzekleine Moeglichkeit, sich etwas zu goennen :).
Warum ich mich wundere, schon soviel "angefressen" zu haben? Habe eben an dem positiven Denken festgehalten und mit 1, hoechstens 2 Kiloeli mehr gerechnet. Jetzt sind es eben 5 1/2-in 2 Monaten...
Wollte eigentlich ja auch gar nicht auf eine Waage steigen! Da haben wirs, es war Gruppendruck, ich gebs ja zu-und ich habe mit ein bitzeli Gwunder auch nachgegeben... War auch ganz schoen bloed von mir-meine Mitwaegerinnen waren naemlich Mafer, um die 145 cm gross mit spaerlichen 42 kg. Ihre Freundin machte mir noch mehr zu schaffen... Lilian, um die 160 cm mit anorexischen 41 kg. Beruf: Model. Habs ja geahnt!
Na ja, nun bin ich eben etwas rund, aber immerhin gesund. Habe mich damit abgefunden und werde mit dem Abspecken auch erst zu Hause beginnen, der Disziplin wegen (die Sklaventreiber und die "Ich-zaehl-meine-Kalorien-Internetseite" warten bereits...). Sport ist hier auch nicht so in (bei mir zumindest nicht), ausser man zaehle das 15 kg-Rucksack-schleppen dazu :).
Werde mir in naechster Zeit wahrscheinlich mal eine neue Hose leisten, nur schon der besseren Bauchatmung wegen und den Pneus zuliebe (Stretch?).
Und wer ist nun Schuld an diesen neu gewonnenen Rundungen? Ich glaub es sind die Gene, bin mir ganz sicher-eindeutig...
Eine runde, aber durchaus gutgelaunte, gemuetliche Francesca laesst gruessen :)

Donnerstag, 12. Juli 2007

Manta und die Fische


Befinde mich nun seit gut einer Woche in Manta, einem Staedtchen an der Kueste, dreieinhalb Stunden noerdlich von Guayaquil. Ferien :)...
Von vorne: Vor einer Woche ist Mafer nun endgueltig in die Schweiz ausgewandert und Jessica zurueck nach Manta, bevor sie nach Spanien auswandert (das grosse Fliehen wie man faelschlicherweise meinen koennte-dabei alles nur der Liebe wegen...). Somit waere ich dann mutterseelenallein im Hort gewesen und wieder relativ abhaengig von allem und jedem. Doch so sollte es nicht kommen und eine gute Fee namens Jessica fragte mich doch glatt, ob ich nicht Lust haette einige Tage mit ihr nach Manta zu der Familie ihres Ehemannes zu kommen, um ein bisschen auszuspannen. Nach 10 Tagen wuerde sie dann wegen ihres Visums fuer Spanien nach Quito reisen, ob ich sie dorthin begleiten moechte... Das war ja vielleicht Musik in meinen Ohren und ich konnte kaum wiederstehen und habe deswegen zugesagt-da bin ich nun :)!
Die Familie ihrer Schwiegereltern hat mich herzlich aufgenommen und verwoehnt mich stark-va mit Essen... Was sich wiederum stark auf meine Rundungen auswirkt (dazu ein andermal...)!
Bin praktisch tagtaeglich unterwegs, immer bei irgendwelchen Halbschwestern, Freunden, Tanten und Schwaegerinnen eingeladen-zum Essen...
Gestern haben wir mit Freunden der Familie verschiedenste Straende der Umgebung per Pickup (ich hinten drauf) erkundet. Da diese Freunde in der Fischerei taetig sind, waren wir auch dabei, als alle Boote von ihrem Fang zurueck kamen und uns alle ihre Schaetze zeigten. Rote, blaue, gruene, lange, breite, kleine, spitzige, stachelige Fische gab es da zu sehen, zu Spottpreisen! Sie haben dann auch etwa 40 gekauft, die wir dann abends auch verspeisten (nach 2 war ich satt).
Die Straende sind schoen und einsam, hier ist man nicht sehr touristisch orientiert und auch kaum ein Tourist verirrt sich hierher, deswegen bin ich meist die einzige Weisse. Kurz vor der Heimreise besuchten wir noch einen Strand, an dem man gut Wale sichten kann-und siehe da, da tummelten sich die Buckelwale. Mehrere konnten wir sichten, doch vom Strand waren sie relativ weit entfernt. Konnte bildlich somit nur noch festhalten, wie sie das Wasser in die Hoehe bliessen-auch ein Erlebnis :).
Manta selbst hat nicht sehr viel zu bieten-wird Stadt der Thunfische genannt. Nicht zu unrecht, aber nicht nur Thunfische, auch Krabben, Tintenfische, Riesencrevetten und weitere Meeresbewohner werden hier frisch aus dem Wasser gezogen angeboten. Ein Paradis fuer Meeresfruechteliebhaber wie mich :).
Nun geniesse ich hier die Zeit noch etwas, lasse mich noch ein bisschen mehr maesten und werde Sonntagnacht weiter nach Quito reisen.

Dienstag, 3. Juli 2007

Dusch-und Waschgeschichten

Langsam kehrt hier der Alltag ein und es gibt nicht viel Neues zu berichten-Alltag eben. Deswegen bleibt mir nichts anderes uebrig, als davon zu erzaehlen...

Duschen: habe mir angewoehnt, vor 21.00 Uhr zu duschen, da es danach relativ frostig wird (25 Grad)-man passt sich eben den Temperaturen an :). Da es hier kein warmes Wasser gibt (auch kein lauwarmes) und abends des oefteren ein Windlein weht, kannst du schon mal zittrig aus der Dusche hopsen-nach etwas kurzem Duschgang.
Auch super ist es, wenn du vollkommen einshampooniert unter der Dusche stehst und kein Wasser mehr kommt, da gerade die Zisterne auf dem Dach leer ist... Das erste Mal musste ich noch durchs Haus nach Hilfe schreien. Inzwischen weiss ich mir zu helfen und kann die Zisterne selbst fuellen (ein richtiges Procedere...).

Waschen: da muss ich schon einen halben Tag einrechnen. Eine Waschmaschine ist vorhanden-diese fuelle man mit dem Gartenschlauch mit Wasser. Waesche rein, Waschmittel rein, waschen lassen (im Kaltgang). Danach muss ich das Wasser aus der Maschine in das Bruenneli abpumpen. Immer mit Vorsicht, so dass ich nicht wie auch schon kleinere Ueberschwemmungen verursache. Da das Waschmittel durch die Maschine nicht ausgewaschen wird, tue ich das im Bruenneli von Hand. Wieder rein in die Maschine, Wasser aus den Kleidern pumpen. Nicht vergessen Schlauch ins Bruenneli zu legen-2. Ueberschwemmungsgefahr... Auf dem Vorplatz oder dem Spielplatz des Hortes die Kleider aufhaengen, moeglichst unter Dach oder einem Baum (wg. naechtlichem Regen). Abends die ganze Ware ins Haus, falls auf dem Vorplatz getrocknet, sonst koennte es gut sein, dass mir am naechsten Tag Leute in meinen Kleidern entgegenkommen (sei hier auch schon vorgekommen...).

Nachtruhe: relativ eingeschraenkt geniessbar. 1. Salsa: Tag und Nacht, rauf und runter, laut und leise (eher laut). 2. Regen: Wellblechdach und Regen sind nun mal keine besonders gute Kombination. Bei grossen Tropfen koennte man manchmal meinen, eine Schiesserei sei in Gange... 3. Katzen: bin ja sonst ein Katzenfreund, aber hier koennte man zum Gegenteil mutieren! Nicht nur, dass sie einem (mit Vorliebe nachts) die Ohren vollmiauen und sich dabei auch noch wie Babys anhoeren-nein, sie veranstalten Nacht fuer Nacht Rennen auf unseren Daechern, auch Dachjumping genannt. Von Dach zu Dach, das sich dann anhoert, als ob ein 100kg-Mann gerade Aerobic auf dem Dach ausuebt... 4. Strassenverkaeufer: vor allem Samstags und Sonntags ab 6.00 Uhr wird hier vom Besen bis zur Fernsehantenne alles mit dem Lautsprecher vor dem Haus angepriesen. 5. und nicht zu vergessen die Moscitos: auch hierhin haben sie mich begleitet, wie allerliebst von ihnen, es koennte mir sonst ja noch langweilig werden...

Montag, 25. Juni 2007

Black Thursday-Raubueberfall

Ja so ists im Leben, auch ich sollte nicht darum herum kommen, diese Erfahrung zu machen (so dachte sichs wahrscheinlich der liebe Gott...). Aber nun von vorne:
Am Mittwoch ging ich in Begleitung von Maria (fast alle hier heissen irgendwie Maria), einer Mitarbeitenden des Hortes, ins Zentrum von Guayaquil, um mich wegen eines Handys umzuschauen, da meines hier ja nicht arbeiten moechte. Da diese aber sauteuer waren (wollte eigentlich ein ganz einfaches, der Diebstahlgefahr wegen), entschied ich mich nur eine SIM-Karte zu kaufen, um diese in mein Handy zu tun. Die Verkaeufer verkauften mir aber keine Karte, da ich das Handy nicht bei mir hatte. So sollte ich am naechsten Tag wiederkommen, diesmal mit dem Handy...
Am naechsten Tag ging ich dann in Begleitung von Maura (Cousine von Mafer, meiner Mitbewohnerin) Richtung Bushaltestelle. Hatte keine Tasche bei mir, folgte schoen den Anweisungen der Einheimischen, kleidete mich unauffaellig mit Jeans und Shirt, Handy und Geld im Hosensack, kein Schmuck, nada!!!!
Kaum 2 Blocks weiter von meinem Haus entfernt an der Hauptstrasse angekommen, kam ein schwarzer Typ auf Maura zu. Dachte zuerst, sie kenne ihn. Erst als sie relativ erschrocken aus der Waesche guckte und ihm das Handy gab, merkte auch ich, dass da etwas nicht stimmte. Da waren auch schon 2 weitere schwarze Typen neben mir-einer links, einer rechts, die Haende in meinen Hosensaecken. Irgendetwas murmelnd, habe keine Ahnung was sie mir mitteilten undwie mir geschah... Durch den klitzekleinen Schock, den ich anschliessend hatte, kann ich mich nun kaum mehr an etwas errinnern. Ja, das wars dann. Keine Ahnung wie die Typen aussehen, wohin sie gingen!
Was wir nun aber mit Hilfe von Mauras Vater herausfinden konnten ist, dass meine schwarzen Nachbarn von Vis-a-vis (die mich von Zeit zu Zeit als Gringa beschimpfen), einem Informanten von Nebenan gesteckt haben, dass ich nur in Begleitung eines Kindes bin und wahrscheinlich Wertsachen mit mir trage. Dieser Informant wiederum, hat weitere Typen vom naechsten Block informiert und diese wiederum haben die Diebe avisiert. Dies geschieht so kompliziert, da die Leute vom selben Block niemals die "eigenen" Leute bestehlen-aber auch nicht zurueckschrecken, die eigenen Leute anderen zu ueberlassen...
So ist es nun, dass meine Freiheiten wieder drastisch eingeschraenkt wurden und ich nur noch in Begleitung Erwachsener das Haus verlassen kann. Dies wird vielleicht auch einigen erklaeren, warum ich nur noch selten Eintraege schreibe, geschweige denn E-Mails. Sorry all jenen, deren E-Mails unbeantwortet bleiben, gebe mir Muehe, dies irgendwann nachzuholen...
Bis auf Weiteres... Die sich nicht mehr so ganz in Sicherheit waegende Francesca :)

Samstag, 16. Juni 2007

Tagesablauf


Habe es endlich geschafft ein Internet Cafe aufzusuchen. Zwar wurde ich hinbegleitet und werde nachher auch wieder abgeholt, aber immerhin... Langsam habe ich mich eingelebt, weiss schon bald wie der Hase laeuft :). Mein Tagesablauf ist fast immer derselbe, moechte ihn euch aber trotzdem nicht vorenthalten:

7.30 Tagwache, kurzes Fruehstueck bestehend aus Cornflakes

8.00 Arbeitsbeginn, die Kinder trudeln seit 7.30 langsam ein und werden dann um ca. 9.00 vollstaendig anwesend sein (sie sind eben nicht die puenktlichsten...). Ich verteile den kommenden Kindern eine Collada (warmes Schoggiaehnliches Getraenk mit vielen Naehrstoffen) und ein warmes Fruehstueck (meist etwas Frittiertes mit Ei oder Kaese). Dabei muss ich auch immer Acht geben, dass die Kinder sitzen bleiben, einander nicht abschlagen, den Hund nicht toeten und der Raum erhalten bleibt...

9.00 Der Unterricht fuer die groesseren Kinder beginnt. Man lernt, was ein Kreis ist, wo die Sonne ist, was man mit Haenden alles anfangen kann usw... Die Kleineren werden inzwischen mit Puzzles, Baellen, Duplos beschaeftigt.

10.00 Pause, in der die Kleinen draussen auf dem Spielplatz oder drinnen im Hauptraum ihren mitgebrachten Lunch verzehren. Es geht immer sehr wild zu und her, da manch ein Kind nichts mitgebracht hat und dann recht grosse Kaempfe ums Essen losgehen. Eine sehr strenge Zeit fuer uns Betreuerinnen, da um jedes fallengelassene Cornflakesli und jeder verschuettete Tropfen Joghurt gekaempft wird...

11.00 nochmalige Beschaeftigung aller Kinder (momentan sind es 31) und erneute Reinigung der Boeden (sieht meist schrecklich aus, da sich die Kinder gewoehnt sind, allen Abfall auf den Boden zu werfen...)

11.50 Mittagessen. Auch sehr strenge Zeit, da die meisten Kinder nicht selbst essen koennen und das Essen eingegeben werden muss. Das Essen besteht meist aus einer Suppe mit Kraeutern, Reis oder Kartoffeln, evt. Huehnchenfleisch, Crevetten, Yucca oder sonstigem Gemuese. Danach gibts noch einen Jugo (frischgemachter Fruchtsaft) und Salat. Grundnahrungsmittel hier sind vor allem Kartoffeln und Reis.

12.45 Badezeit. Alle, wirklich alle Kinder werden nun abgeduscht vom Dreck des letzten Tages befreit. Eine Riesenarbeit, der Boden gleicht danach meist einem Schwimmbad. Danach werden die Kinder frisch angezogen und ins Bett gebracht. Es stehen 4 Kajuettenbetten und 3 Doppelbetten zur Verfuegung. Auf diesen werden die Kinder dann gestapelt und in den Schlaf gekrault.

13.45 Oh Wunder, meist schlafen alle Kinder und wir Betreuerinnen haben Zeit, um aufzuraeumen und unser Mittagessen einzunehmen (dasselbe was die Kinder auch essen, nur noch etwas mehr Reis ;)...

15.00 Weckzeit fuer die Kinder. 31 Paar Schuhe werden angezogen, 31 Koepfe gekaemmt, 31 Rucksaecke bereitgemacht, 31 Znuenis verteilt (etwas Frittiertes aus Platanos, der Kochbanane, oder eine Mehlspeise, je nachdem), 31 Paar Haende gewaschen und danach 31 Kinder auf die Stuehle gesetzt, um auf die Eltern zu warten... Abgeholzeit waere um 15.30, das letzte Kind geht meist um 16.30...

16.00 Aufraeumarbeiten. Der ganze Hort wird geputzt und geschrubbt... Sehr ausgiebig. Alles mit Schrubber und Besen, da man hier den Staubsauger nicht kennt (haette nie gedacht, das ich den mal vermissen werde...). Leintuecher werden gewaschen, WC geputzt (besitzt keine Spuelung), Dusche geschrubbt, alle Boeden gebeselet, usw...

17.00 meist noch Vorbereitungen fuer den naechsten Tag. Schulhefte werden korrigiert, Bastelarbeiten werden erledigt, T-Shirts bedruckt, Elternbriefe geschrieben...

18.00 Feierabend. Lege mich meist in die Haengematte in der "Stube" und schaue ecuadorianisches TV (soll schliesslich eine gute Uebung sein zur Erweiterung meiner Spanischkenntnisse).

19.00 Abendessen. Esse meist Fruechte mit etwas Joghurt, Cornflakes oder Resten des Tages.

20.00 Studiere meinen Reisefuehrer, schaue TV, unterhalte mich mit meiner Mitbewohnerin Mafer oder wir setzen uns in den Vorgarten und unterhalten uns mit all ihren in der Naehe wohnhaften Verwandten.

22.00 Dusche. Danach verdruecke ich noch eine Packung Guetsli (fuer die gute Linie...)

22.45 Schlafenszeit. Nachdem ich mich vergewissert habe, dass unter meinem Bett keine Maeuse, Ratten, Cucarachas, Eidechsen oder anders Getier haust

Mittwoch, 13. Juni 2007

Lebenszeichen

Bin am Freitagabend spaet in Guayaquil gelandet und da hat es mich gleich aus den Socken gehauen... Diese Stadt ist riesig, gigantisch-und relativ haesslich! Ich wurde von Mafer (Maria Fernanda, die Schwaegerin des Hortinhabers Dani) ab Flughafen abgeholt und wir fuhren sogleich zum Hort. Dieser liegt in dem aermsten Viertel der Stadt, auch Slums genannt. Und ich wunderte mich anfangs noch, fuer was die vielen Schloesser an den vielen Tueren sind...

Fuer jene, die nicht wissen, was ich in Ecuador tue: ich arbeite als Volontaerin in einem Kinderhort, der von einem Schweizer aus Engelburg gegruendet wurde. Er weiss bestens ueber die Situation hier bescheid, da auch er einst als Volontaer in Ecuador arbeitete und seine Frau in diesem Viertel aufwuchs. Der Hort nimmt Kinder zwischen ca. 2-5 Jahren auf, die in extremer Armut hausen und meist nur einen Elternteil besitzen, da sich der andere aus dem Staub gemacht hat. Der uebriggebliebene Elternteil muss deswegen arbeiten. Diese Elternteile sind meist noch sehr jung, so um die 18 Jahre alt. Diesen Kindern bietet der Hort die Moeglichkeit, waehrend des Tages beschaeftigt zu werden und sie kriegen auch zwei sehr nahrhafte Mahlzeiten hier. Zudem werden die aelteren Kinder ein wenig unterrichtet, aehnlich wie im Kindergarten. Ich arbeite als Maedchen fuer alles. Von Fuedli putzen, Essen eingeben, in den Schlaf wiegen, Kinder duschen bis hin zum Schimpfen (natuerlich in Spanisch-nuetzen tut es wenig, ich glaube, das mit dem spanischen Schimpfen habe ich noch nicht so drauf...).

Die Arbeit gefaellt mir, aber ich weiss kaum etwas mit meiner Freizeit anfangen, da ich den Hort nicht unbedingt alleine verlassen sollte. Es ist nicht gerade ungefaehrlich hier, gerade vorgestern wurde meine Arbeitskollegin, eine Ecuadorianerin wohlbemerkt, vor dem Hort ueberfallen... Hier muss ich eben mit allem rechnen, deswegen halte ich mich momentan noch etwas zurueck mit Exkursionen. Fotos wird es in naechster Zeit wahrscheinlich auch keine geben, da hier alles etwas laaaaaangsaaaaaaaaaam verlaeuft und teils sehr nervenaufreibend ist ;).
Melde mich, sobald ich mich mal wieder auf die Strasse traue und ein Internet Cafe finde-bis dahin, hasta luego!